Selbstvertretung - Wege zur Mitbestimmung

19. Mai 2017 09:00 Uhr bis 15:00 Uhr

Selbstvertretung – Wege zur Mitbestimmung 4. Fachtag 

Sehr geehrte Gäste,
Menschen mit Behinderungen wird zunehmend Gehör verschafft.Ihre Meinungen als Experten in eigener Sache sind ein wichtiges Element bei der Weiterentwicklung von Organisationen. Auch die UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderungen fordert die Stärkung von Selbstvertretungen.

„Nichts über uns, ohne uns“ - das weltweit gültige Motto der Selbstvertreter stellt Einrichtungen der Behindertenhilfe vorgroße Herausforderungen. Ist es überhaupt möglich, dass Menschen mit Behinderungen in Sitzungen der Leitungsrunden mitsprechen? Sind sie dabei nicht maßlos überfordert? Wie kann Mitbestimmung funktionieren, damit dies alles nicht zu einer Alibi-Beteiligung führt? Wie können Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf miteinbezogen werden, Menschen ohne Lautsprache?

„Ich setze mich sehr gerne für andere Menschen mit Behinderungen ein,“ erklärt Klaus Brunner, gewählter Selbstvertreter und Vorstandsmitglied der Lebenshilfe Vorarlberg, Österreich, „und es macht mich stolz, wenn ich etwas für sie erreichen kann.“ „Auch in der Öffentlichkeit können wir Selbstvertreter etwas bewirken,“ ergänzt sein Kollege Siegfried Glössl. „Es gibt noch sehr viele Barrieren. Leichte Sprache muss bekannter werden, und ganz wichtig: Die Barrieren in den Köpfen müssen abgebaut werden.“

Die beiden Mitbegründer des Netzwerks Selbstvertretung der Vier-Länder-Region am Bodensee sind auch Mitglieder des Selbstvertretungsbeirats der Lebenshilfe Österreich. In Sitzungen mit der Geschäftsleitung sind sie wichtige Ansprechpartner. Ihre Vorschläge gelebter Mitbestimmung wurden und werden immer wieder umgesetzt. Neben Besuchen von Werkstätten und Wohnhäusern bringen sie regelmäßig Forderungen und Ideen in die öffentliche Debatte ein, die zur Bewusstseinsbildung in der Gesellschaft beitragen. Auch Pressegespräche und TV-Auftritte gehören zu ihren vielseitigen Aufgaben.

In der Fachtagung berichten die gewählten Selbstvertreter der Lebenshilfe Vorarlberg am Vormittag über ihre Erfahrungen, über ihre Arbeit, auch über Widerstände in der Organisation. Sie werden dabei von Friedrich Gföllner, Leiter Unterstützung Selbstvertretung, inhaltlich und methodisch begleitet. Gföllner ist Heilerziehungspfleger, systemischer Supervisor und unterstützt seit mehreren Jahren die Selbstvertreter der Lebenshilfe Vorarlberg. Er betont die Wichtigkeit einer guten Unterstützung für den Aufbau und die Stärkung von Selbstvertretung innerhalb der eigenen Organisation.

Am Nachmittag wird in zwei Arbeitsgruppen überlegt, welche Möglichkeiten es gibt, Selbstvertretung und Mitbestimmung in den Thüringer Einrichtungen der Behindertenhilfe zu stärken. „Selbstvertretung ist nicht nur sehr wichtig. Sie ist ein Gewinn fürjede Organisation, die Menschen mit Behinderungen begleitet,“ sind sich Klaus Brunner, Siegfried Glössl und Friedrich Gföllner einig. Das Ziel des Fachtages ist es, gelingende Selbstvertretung konzeptionell und auch praktisch fassbar zu machen.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch und eine interessante Veranstaltung.

Jens Rudloff und Carmen Großkopf

Referenten

  • Friedrich Gföllner, Systemischer Coach und Supervisor, ZPE Uni Siegen
  • Klaus Brunner, Amtierender gewählter Selbstvertreter der Lebenshilfe Vorarlberg und Mitglied des Selbstvertreterbeirates Lebenshilfe Österreich
  • Siegfried Glössl, Amtierender gewählter Selbstvertreter der Lebenshilfe Vorarlberg und Mitglied des Selbstvertreterbeirates Lebenshilfe Österreich

Programm

  • 9.00 Uhr Empfang
  • 9.30 Uhr Begrüßung (Lutz Reichardt) und Moderation (Jens Rudloff)
  • 9.45 Uhr Nichts über uns ohne uns - geht das überhaupt? (Referat von Friedrich Gföllner, Klaus Brunner und Siegfried Glössl)
  • 11.00 Uhr Pause
  • 11.15 Uhr Haltung einmal anders - Umdenken ist angesagt! (Referat von Friedrich Gföllner, Klaus Brunner und Siegfried Glössl)
  • 12.30 Uhr Schmalkalder Mittagsgrill
  • 13.30 Uhr Wege zur Selbstvertretung in Thüringen (Workshop in zwei Arbeitsgruppen)
  • 14.30 Uhr Abschluss im Plenum
  • 15.00 Uhr Ausklang bei Kaffee und Kuchen

Laden Sie hier den Veranstaltungsflyer als PDF herunter

 

Informationen zur Veranstaltung

19. Mai 2017 09:00 Uhr bis 15:00 Uhr

 
Veranstaltungsort

Begegnungs- und Förderzentrum
Johannes-Saal-Straße 9-11
98574 Schmalkalden
Immanuel Diakonie Südthüringen

 
 
 
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