Oberflächenersatz - Hüftkappe
Der Oberflächengelenkersatz der Hüfte wurde in den letzten Jahren
entscheidend verbessert und ist nun bei ju
ngen Patienten eine
vielversprechende Alternative zur Standardprothese. Wie bei jedem
Implantat und jeder Operationsmethode steht hier, gerade weil noch keine
Langzeiterbebnisse vorliegen, das ärztliche Aufklärungsgespräch im
Vordergrund. So muss jeder Einzelfall kritisch besprochen werden.
Die wichtigsten Vorteile des Oberflächengelenkersatzes liegen nicht in einer besseren Beweglichkeit oder schonenderen Operation, sondern in der Erhaltung der ursprünglichen Anatomie und der knochensparenden Resektion des Oberschenkelknochens. Daher dürften vor allem junge Patienten mit einer hohen Wahrscheinlichkeit für eine Wechseloperation von dieser Prothesenform profitieren. Alternativ ist aber hier die minimalinvasive Implantation einer knochensparenden Prothese, einer "Kurzschaftprothese" oder "Schenkelhalsprothese" zu besprechen. Diese ist nämlich, im Gegensatz zur Hüftkappe, minimalinvasiv möglich.
Die Oberflächenersatz der Hüftgelenkes bietet folgende Vorteile:
- geringerer Knochenverlust am Oberschenkel
- Beibehaltung der ursprünglicher Anatomie
- keine Beinlängendifferenzen
- geringere Luxationsraten
Jedoch müssen auch die Nachteile genannt werden:
- keine minimalinvasive Operationstechnik möglich
- Gefahr der Schenkelhalsfraktur
- mögliche Schädigung durch Metallabriebprodukte
- erhöhter Knochenverlust an der Hüftpfanne
- fehlenden Prothesenmodularität
- keine Langzeitergebnisse
- mögliche Entwicklung einer Überempfindlichkeit
- kein Ausgleich einer Beinlängendifferenz möglich
Die Indikation (also der Grund, diese Prothese zu verwenden) muss wie bei jedem anderen Implantat absolut korrekt sein. Übereinstimmend mit vielen Autoren sehen wir neben der Knochenqualität das Alter der Patienten (in Abhängigkeit vom Geschlecht) als wichtigen Faktor. So ist eine Implantation einer Hüftkappe nur etwa bis zum 55. bis maximal 65. Lebensjahr sinnvoll, Frauen kommen für diesen Ersatz nur in ausgewählten Fällen in Betracht.
Aufgrund der ungeklärten Auswirkungen der Metallanriebprodukte wird bei Frauen in gebärfähigem Alter und bei Patienten mit einer eingeschränkten Nierenfunktion von einer Hüftkappe generell abgeraten. Auch sind andere Voraussetzungen für die Hüftkappe zu prüfen:
- keine Osteolysen ("Knochenzysten")
- normale Knochendichte
- keine größeren Deformitäten von Pfanne und Oberschenkelknochen
- normale Nierenfunktion
- keine Metallallergie
- ein ausreichend großer Kopf
- kein starkes Über- oder Untergewicht
Betreuung der Patienten
Zunächst werden Sie in unserer Sprechstunde eingehend untersucht. Ihre Lebenseinschränkung, die Einschränkung der Aktivitäten des täglichen Lebens und ihre Erwartungen an die Operation werden erfasst. Alle Vorbefunde, die Sie vom Hausarzt oder vom einweisenden Facharzt mitbringen, werden mit Ihnen ausgewertet. Wir schauen uns mit Ihnen zusammen Ihr Röntgenbild an und erklären Ihnen dann die Operation.
Dazu gehört, dass wir mit Ihnen zusammen diese spezielle Prothese und die Art der Verankerung mit Ihnen besprechen.
Zusammen
mit Ihnen werden wir dann die Vor- und Nachteile abwägen und anhand
einer speziellen Klassifikation einschätzen. Hier werden vor allem
Voroperationen am Hüftgelenk, Ihr Aktivitätsniveau, das Gewicht und
mögliche Knochenzysten gewertet. Wir werden dann erklären, wie es
unmittelbar nach der Operation und im Verlauf des Aufenthaltes im
Krankenhaus weitergeht. Angehörige werden von uns am Operationstag
informiert. Mit Ihnen wird dann die Rehabilitation besprochen und
geklärt, ob eine stationäre oder ambulante "Kur" in Frage kommt. Alle
Fragen zur "Haltbarkeit" der Prothese, zur Integration in in tägliches
oder beruftliches Leben und Rückkehr zu sportlichen Aktivitäten werden
wir mit Ihnen klären.
Abgerundet wird dieser Erstkontakt durch einen individuellen Behandlungsplan, den Sie beim Abschluss des Gespräches ausgehändigt bekommen.


