Details
Gleichzeitiges Vorliegen von Gefäß- und Herzerkrankungen:
Herz- und Gefäßerkrankungen sind häufig gleichzeitig vorhanden. In unserer Abteilung sind wir daher nicht nur herzchirurgisch sondern auch gefäßchirurgisch tätig und haben hierfür die entsprechende fachärztliche Qualifikation und Erfahrung. Wir führen simultane Operationen am Herzen und den Halsschlagadern sowie auch der Leisten- und Beinschlagadern durch, um dem Patienten eine zusätzliche Narkose zu ersparen. Auch führen wir sämtliche Gefäßoperationen bei den Patienten durch, die aufgrund einer begeleitenden Herzerkrankung die spezielle Erfahrung und Sicherheit eines Herzzentrums bei der Vorbereitung zur Operation, der Narkoseführung und auch der Intensivbehandlung nach der Operation benötigen.
Innovationen in der Herz-Kreislaufchirurgie:
Herzchirurgische Verfahren unterliegen einem ständigen Wandel. Innovationen kommen und gehen. Einige finden den Weg in die klinische Versorgung und etablieren sich zum Wohle des Patienten. Die Abteilung für Herzchirurgie hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Innovationen für die klinische Patientenversorgung zur Verfügung zu stellen, ohne dabei Abstriche an Sicherheit, Qualität und Nachhaltigkeit vorzunehmen.
Ganzheitliche Patientenbetreuung:
Die enorme technische Entwicklung darf nie den Menschen aus dem Auge verlieren. Daher begleiten wir die technische Entwicklung mit Projekten zur ganzheitlichen Betreuung unserer Patienten und sind Deutschlandweit Vorreiter in der psychologischen und seelsorgerlichen Unterstützung unser Patienten, die der schweren körperlichen aber auch seelischen Belastung eines Eingriffs am Herzen, an den Blutgefässen oder der Lunge standhalten müssen. Bundesweit einmalig ist ein diesbezügliches, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördertes Projekt: BY.PASS (Bypasschirurgie mit Psychologischem und Seelsorgerlichem Support).
Minimal-invasive Herz-Lungen-Maschine:
Die Abteilung ist auch Vorreiter bei minimal-invasiven künstlichen Unterstützungssystemen (Herz-Lungen-Maschine). Durch eine Fülle eigener Forschungsprojekte konnten in den letzen 5 Jahren diejenigen Elemente der künstlichen Unterstützungssysteme identifiziert und in die klinische Routine eingebracht werden, die die Belastungen des Körpers durch die Herz-Lungen-Maschine minimieren.
Herzklappenreparatur:
Ein innovativer Schwerpunkt liegt auf den Klappenrekonstruktionsverfahren. Mitralklappen- und Aortenklappenreparaturen werden nach neuesten Erkenntnissen und auf dem Boden eigener Forschungsergebnisse durchgeführt. Durch den Erhalt der körpereigenen Klappe kann in Folge auf gerinnungshemmende Medikamente wie Falithrom oder Marcumar verzichtet werden.
Chirurgie der Hauptschlagader:
Abgedeckt wird auch die gesamte Chirurgie der Hauptschlagader, wobei neben den aktuellen Verfahren zum Schutz des Gehirns auch kathetergestützte Verfahren zum Ersatz von Teilen der Hauptschlagader angewandt werden. Auch dies führt zu einer Erhöhung der Sicherheit und einer deutlichen Verminderung der Belastung.
Wiederherstellung des natürlichen Herzrhythmus:
Der Erhalt oder die Wiederherstellung des natürlichen Herzrhythmus stellt eine interdisziplinäre Herausforderung dar, der sich die Herzchirurgie und die Kardiologie verschrieben haben. In der herzchirurgischen Abteilung sind neue Techniken zur chirurgischen Rhythmuswiederherstellung entwickelt und etabliert worden. Zusammen mit den Neuerungen aus der Abteilung für Kardiologie stellt Bernau damit seinen innovativen Führungsanspruch in Brandenburg in der Behandlung von Rhythmusstörungen heraus.
Minimal-invasive Bypass- und Herzklappenchirurgie:
Minimal-invasive herzchirurgische Verfahren werden in Bernau sowohl bei der Koronarrevaskularisation (OPCAB, MIDCAB) als auch beim Ersatz- oder der Reparatur von Herzklappen sowie des Verschlusses von Herzscheidewanddefekten durchgeführt. Anstelle der vollständigen Brustkorberöffnung können spezielle Bypassbrücken aber auch isolierte Herzklappeneingriffe über kleine Brustkorberöffnungen durchgeführt werden. Überdies kann bei einigen Eingriffen ganz auf die Herz-Lungen-Maschine verzichtet werden. Dies führt zu einer Verringerung der Belastung des Patienten aber auch zu einem besseren kosmetischen Ergebnis.
Kathetergestützter (endovaskulärer) Aortenklappenersatz:
In Bernau bieten wir im Rahmen einer interdisziplinären Zusammenarbeit mit unserem kardiologischen Partner auch den Ersatz der Hauptschlagaderklappe (Aortenklappe) ohne Eröffnung des Brustkorbes an. Diese Verfahren kommt alternativ zum konventionellen Aortenklappenersatz bei Patienten mit Aortenklappenverengung zum Einsatz, bei denen aufgrund schwerer Nebenerkrankungen oder sehr hohen Alterns ein herkömmlicher chirurgischer Ersatz der Aortenklappe zu hohe Risiken bergen würde. Das Verfahren ist neu. Langzeitergebnisse liegen somit noch nicht vor. Erste Erfahrungen lassen jedoch eine mehrjährige unbeeinträchtigte Funktion solcher Herzklappen erwarten. Dies liegt zwar unterhalb der Funktionsdauer herkömmlicher Aortenklappenprothesen aber dennoch deutlich über der zu erwartenden Lebensprognose des Patienten bei nichtbehandelter Klappenverengung. Auch ist nach Wiederherstellung der Ventilfunktion einer bessere Belastbarkeit und Lebensqualität zu erwarten.
Herzinsuffizienzprogramm:
Patienten mit deutlich eingeschränkter Pumpfunktion des Herzens (Herzinsuffizienz) werden im Rahmen eines ganzheitlichen Behandlungsprogramms betreut, indem beispielsweise vor der Operation eine medikamentöse und mechanische Vorbereitung des Herzmuskels (Konditionierung) erfolgt, um den nachfolgenden Eingriff zu erleichtern. Auch stehen künstliche Unterstützungssysteme zur Absicherung der Pumpfunktion des Herzens bei herzchirurgischen und kathetergestützen Eingriffen zur Verfügung. Bei einem vollständigen Versagen des bereits schwer vorgeschädigten Herzmuskels nach einem Eingriff oder einem schweren Herzinfarkt mit Pumpversagen kommt zur Rettung des Patienten ein Kunstherz zum Einsatz. Nur durch eine solche Entlastung, die durchaus mehrere Wochen zu erfolgen hat, besteht die Chance, dass sich der Herzmuskel in Folge erholt.
Lungenkrebs und Herzerkrankungen:
Patienten mit Lungenkrebs und begleitender Herzerkrankung können von der Erfahrung in unserem Herzzentrum profitieren. Die Resektion von fortgeschrittenen Lungentumoren unter entsprechenden Sicherheitskautelen und unter Zuhilfenahme der Herz-Lungen-Maschine ist in Bernau erfolgreich etabliert worden und wird zunehmend aus allen Regionen Brandenburgs und auch Berlin nachgefragt.
