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22.04.2021

Matthias Heyde ist neuer Seelsorger in Brandenburg

Im Interview berichtet Matthias Heyde von seinen vielfältigen Aufgaben, von seiner Auffassung von Seelsorge und warum er durch seinen Werdegang ein besonders verständnisvolles Gegenüber sein kann.
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Matthias Heyde ist als Seelsorger für die Immanuel Albertinen Diakonie in Brandenburg unterwegs

Seit 1. März ist Matthias Heyde als Seelsorger für die Immanuel Albertinen Diakonie in Brandenburg unterwegs. Der 50-Jährige begleitet Menschen in den Einrichtungen von Immanuel Miteinander Leben östlich von Berlin und in der Hochschulklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Immanuel Klinik Rüdersdorf.

Neben der Seelsorge in der stationären, teilstationären und ambulanten Psychiatrie in den Landkreisen Märkisch-Oderland und Oder-Spree begleitet Matthias Heyde mit seiner Teilzeitstelle auch die Senioreneinrichtungen Immanuel Haus am Kalksee in Rüdersdorf und Immanuel Seniorenzentrum KIäre Weist in Petershagen mit ihrer stationären Pflege und Tagespflege. Darüber hinaus ist der Brandenburger tätig im Immanuel Haus Molkenberg, mit stationärer und ambulanter Hilfe für Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen und/oder psychischen Erkrankungen, im Immanuel Haus Storkow, einer Wohnstätte für Menschen mit chronischen psychischen Erkrankungen, und im Immanuel Suchthilfeverbund Guben.

Was ist Ihr Aufgabenbereich?

Mein Aufgabenbereich ist sehr vielfältig, weil ich Menschen in ganz unterschiedlichen Lebenslagen und mit verschiedensten Bedürfnissen in einer großen Bandbreite von Einrichtungen begleite. Einem alten Menschen mit Demenz zu begegnen, bedarf zum Beispiel ganz anderer Formen, als einem jungen Menschen mit einer psychischen Erkrankung. Und auch die Mitarbeitenden leisten ihren Dienst in sehr verschiedenen Situationen. Die Aufgaben, Herausforderungen und Freuden in einem Krankenhaus sind ganz andere als in einer Wohngruppe, einer Tagesklinik oder in einem Pflegeheim.

Meine Aufgabe ist die Seelsorge für Patientinnen und Patienten, Bewohnerinnen und Bewohner sowie Tagesgäste und Mitarbeitende. Es geht darum, miteinander herauszufinden, was das für die einzelne Person heißt. Denn auch der kirchliche Bezug der Menschen in den Einrichtungen variiert stark. In Brandenburg gibt es viele, die das Vater Unser gar nicht kennen, weil das in der DDR nicht üblich war. Es gibt aber auch kirchlich sozialisierte Menschen, denen das Gebet Halt gibt. Und bei wieder anderen ist es mit Erinnerungen verbunden, die negative Gedanken auslösen. Gemeinsam möchte ich mit den Menschen Fragen und Antworten suchen, herausfinden, was ihnen guttut und welche Ressourcen sie selbst dafür mitbringen.

Wo möchten Sie Schwerpunkte setzen?

Ich orientiere mich gerade in diesen vielfältigen Bedürfnissen und Situationen, um dann gemeinsam mit den Menschen vor Ort eine gute Seelsorge zu entwickeln. Aufgrund meiner Erfahrungen in der Ethik und Gesundheitlichen Versorgungsplanung kann ich mir dort einen Schwerpunkt vorstellen. Dabei geht es um die Fragen: Wie stelle ich mir mein Leben vor, wenn ich ganz schwer krank bin? Was möchte ich für mein Lebensende? Und sehr gern bin ich auch für die Mitarbeitenden da, komme ins Gespräch mit den Pflegenden und den anderen Berufsgruppen, höre zu und mache Angebote. Die Möglichkeiten und Herausforderungen habe ich als Pfleger selbst erlebt.

Was bringen Sie für Erfahrungen mit? Wo sehen Sie Anknüpfungspunkte?

Ich bin seit 30 Jahren im Gesundheitswesen tätig. Ich habe bis jetzt als Krankenpfleger gearbeitet und Erfahrungen auf der Inneren, auf der Intensivstation und im Hospiz gesammelt. Parallel habe ich 2004 eine Ausbildung zum Diakon gemacht und war für verschiedene Träger in der Jugendarbeit tätig. Weil ich den Wunsch hatte, Krankenpflege und Diakonie enger zusammenzudenken, habe ich verschiedene Aus- und Weiterbildungen in Seelsorge und Ethik gemacht und außerdem in Palliative Care und als Berater für Gesundheitliche Versorgungsplanung der letzten Lebensphase.

Ich habe neben der Arbeit in der Pflege unter anderem in der Telefonseelsorge, in der Gemeindeseelsorge, im Krankenhaus in der Seelsorge, in der Palliative Care und der Ethikkommission sowie in der Krankenpflegeschule als Religionslehrer gearbeitet.

Neben den fachlichen Anknüpfungspunkten bringe ich auch einen biografischen mit. Ich komme selbst aus der Region. Mir hilft es, in Brandenburg aufgewachsen zu sein und auch das Leben in der DDR zumindest als junger Mensch noch zu kennen. Denn für viele der alten Menschen, denen ich in den Pflegeeinrichtungen begegne, ist das ein großer Teil ihrer Lebensgeschichte.

Was kann Seelsorge überhaupt leisten?

Der Name Immanuel Miteinander Leben beschreibt sehr gut, was Seelsorge sein sollte – Lebensbegleitung. Das ist für mich der Kern von Seelsorge. Es geht nicht nur darum Leid, sondern auch Freude und das Leben insgesamt miteinander zu teilen. Mit der einen Besucherin der Tagespflege in Immanuel Haus am Kalksee freue ich mich zum Beispiel über den langersehnten Besuch ihrer Tochter, der endlich wieder möglich ist, mit der anderen trauere ich um ihren gerade erst verstorbenen Mann.

Ohne Seelsorge fehlt eine wichtige Dimension des Lebens. Für ein gelungenes Leben brauchen wir alle Dimensionen. Zusammen mit der medizinischen, therapeutischen und pflegerischen Begleitung der Menschen kann daraus ein Ganzes werden. Seelsorge legt besonderen Wert auf Spiritualität und die Grundfragen des Lebens. Wer bin ich? Wo gehe ich hin? Sie fragt nach den Beziehungen zu mir selbst, zu anderen und zu Gott. Je mehr diese Beziehungen in Ordnung sind, desto mehr ist es ein gelungenes Leben. Auch in Krankheit und im Alter.

Aus welchem Grund haben Sie sich für die Immanuel Albertinen Diakonie entschieden?

Ich habe einen Arbeitgeber gesucht, bei dem die Diakonie im Leben verankert ist. Wo das gelebt wird, fühle ich mich wohl und weiß: da bin ich richtig. Ich habe gesehen, dass Seelsorge und gelebte Diakonie in der Immanuel Albertinen Diakonie einen hohen Wert haben.

 
 
 

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